16
Mrz
2015
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Nikon statt Canon

Leider war ich jetzt mal für einige Zeit durch einen grippalen Infekt aus dem Verkehr gezogen. Zwei Wochen nichts tun war auch nicht meins, und so nutzte ich diese Zeit gleich mal, um einen kompletten Systemwechsel meiner Kameraausrüstung zu vollziehen, welchen ich schon länger in Planung hatte.
Eigentlich spiele ich schon länger mit dem Gedanken mich vom Canon-System zu verabschieden, habe es aber nie „gewagt“, da solche Entscheidungen nicht einfach und meistens nur mit größerem finanziellen Aufwand zu meistern sind. In meinem Fall war dies aber nicht ganz so dramatisch, da sich meine gesamte „Gear-Sammlung“ auf lediglich zwei Kamera-Gehäuse und drei Canon-Objektiven beschränkte, also eine eigentlich überschaubare Angelegenheit.

Nachfolgend gebe ich jetzt meine Gedanken wieder und welche Gründe bei mir den Ausschlag zu diesem Wechsel zu Nikon gegeben haben, und dies ist wirklich als meine ganz eigene subjektive Meinung zu verstehen und soll Canon in keinster Weise schlecht darstellen. Canon und Nikon, beides top Systeme, wahrscheinlich auch die besten der Welt. Denkt mal nach, sollte wirklich ein System nicht so gut sein, könnte es sich garantiert nicht an der Spitze halten – beide Systeme sind Weltführer auf dem Kameramarkt, und das sicher nicht ohne Grund – aber genug jetzt der Lobhudelei.

Für Profifotografen, zu denen auch ich mich zähle, sind es oft kleine Nuancen, die dann letztendlich den Ausschlag für die Wahl eines Systems bzw. den Wechsel zu einem anderen Kamerasystem geben.
Fangen wir mit den Bodies an. Ich hatte jetzt jahrelang eine Canon 5D Mark II als Hauptbody und eine Canon 5D als Zweit- (Reserve)Body in meiner Kameratasche. Nun hat es sich bei mir aber jobbedingt in den letzten zwei Jahren herausgestellt, dass mir der Autofokus meiner 5D Mark II zumindest für meine Zwecke (Hochzeiten, Events etc.) einfach zu langsam ist – auch kein Wunder, da der Autofokus der 5D Mark II eigentlich derselbe wie in der 5D ist, und die hat ja doch schon einige Jährchen auf dem Buckel. Das zweite Manko an der 5D Mark II ist auch, dass sie nur ein Kartenfach hat und damit leider keine Möglichkeit bei einem wichtigen Auftrags-Shooting gleich in der Kamera eine Sicherungskopie aller Aufnahmen auf eine zweite Karte parallel abzuspeichern – die „Lebensversicherung“ bei einem wichtigen Shooting.
Nun selektierte ich schon seit längerer Zeit den Markt, um mir vielleicht doch eine Canon 5D Mark III zuzulegen, die genau diese beiden Mankos nicht mehr hätte, und damit für mich und meinen beruflichen Anforderungen ideal passen würde. Aber leider bewegt sich der auf hohem Level angesiedelte Preis der 5D Mark III seit nahezu zwei Jahren überhaupt nicht mehr nach unten, und das finde ich dann doch eine etwas seltsame Preispolitik, schon aufgrund dessen, dass Canon demnächst eine 5D Mark IV in den Handel bringen wird und die Mark II ersetzen wird.

Auch den derzeitigen Preis von noch immer 2500 Euronen halte ich für eine doch schon in die Jahre gekommene 5D Mark II für etwas überteuert, und auch die Profi-Objektive von Canon bewegen sich nahezu unverändert auf einem doch sehr hohen Preisniveau. So machte ich dann Nägel mit Köpfen und beschloss mit wehenden Fahnen meinen Wechsel zu Nikon.
Meine Entscheidung fiel nun auf die Nikon D750, erst seit ein paar Monaten auf dem Markt und trotzdem schon zu einem wirklich fairen Preis von 1900 € zu erstehen. Auch die Profi-Objektive von Nikon sind doch um einiges günstiger zu erwerben als die Pedants von Canon. Nicht nur der Umstand, dass in den letzten Jahren Nikon in Bezug auf Autofokus und Rauschfreiheit gegen Canon enorm aufgeholt hat, man hört sogar vermehrt Stimmen, dass Nikon in Punkto Rauschfreiheit Canon überholt hätte – aber dies lasse ich mal so in den Raum gestellt.

Nun kommen wir zu den Objektiven. Hier fiel nach langem Überlegen und Vergleichen meine Wahl auf die neue Tamron SP-Profiline, die mit Abstand einfach das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet, und laut diversen Tests den Nikon-Objektiven weder mechanisch noch optisch nachstehen, und das kann ich nur bestätigen.
Da ich hauptsächlich Zooms mit einer durchgehenden Lichtstärke von 2.8 verwende, fiel meine Wahl auf das Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD und im Telebereich auf das Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD, beides hervorragende neu gerechnete Linsen für den Profibereich. Diese Objektive haben beide eine VC-Bildstabilisierung der neuesten Generation, welche ich bei meinen beiden Canon-Linsen leider nicht hatte. Weiters bietet Tamron bei Online-Registrierung der Objektive eine einzigartige 5-Jahres-Garantie!, super Sache und ein sicher nicht unerhebliches Kaufargument zugunsten von Tamron.

Ich entschuldige mich gleich vorab bei allen Canon-Usern und Fans und hoffe, dass ich mit diesem Beitrag nicht einen Shitstorm gegen mich los trete, aber wie gesagt, das ist alles meine subjektive und für meine fotografischen Bedürfnisse zugeschnittene Meinung.

In den nächsten Beiträgen werde ich euch dann meine neue Nikon D750 ausführlich vorstellen und testen, sowie natürlich auch meine beiden neuen Tamron-Objektive.


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1 Response

  1. Na dann Willkommen im Nikon Club . Ich war von Anfang an bei Nikon und werde es auch weiterhin bleiben. Deine Angesprochenen Argumente sind nur zum Teil gravierend. Das nur ein Slot für einen Speicherkarte vorhanden ist, geht gar nicht. Über den Preisunterschied beider Systeme habe ich noch gar nicht nachgesehen. Doch wenn es so ist, wie du schreibst war deine Entscheidung richtig.

    Anfangs hatte ich noch eine D90, danach eine D800 und jetzt zusätzlich einen D4S. Ich freue mich auf die ersten Erfahrungsberichte

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