29
Mai
2014
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Histogramm lesen

Wie liest man eigentlich ein Histogramm richtig?

Wenn wir in unseren Foto-Workshops etwas von Histogrammen erzählen und dann diese erwähnen, sagen die meisten Teilnehmer, dass sie diese kennen, aber wenig benutzen. Dabei ist es wirklich nicht  schwer ein Histogramm zu lesen. Wenn man es beherrscht, hilft es einem ungemein bei der Beurteilung der Belichtung eines Bildes. Alle modernen Spiegelreflexkameras zeigen nämlich direkt auf dem Kameradisplay das Histogramm an und man kann damit sofort die Belichtung wirklich objektiv beurteilen, ohne sich auf das kleine Vorschaubild am Display verlassen zu müssen.

Was zeigt nun das Histogramm?

Das Histogramm zeigt die Verteilung der Tonwerte innerhalb eines Bildes an. Links werden die dunklen Bildpixel angezeigt und rechts die hellen Bildpixel. An den äußeren Rändern habe ich also links ein tiefes Schwarz und rechts ein helles Weiß. Häufen sich die Pixel des Histogramms am linken Rand, so ist das ein Zeichen dafür, dass eventuell Teile des Bildes zu dunkel sind und „absaufen“. Häufen sich diese am rechten Rand, könnten einige Stellen des Bildes zu hell sein, sozusagen „ausgefressen“.

Hier seht Ihr ein Bild mit sehr vielen dunklen Anteilen, bis hin zu schwarz. Das sind Stellen, die keinerlei Zeichnung mehr enthalten, also voll abgesoffen sind. Im Histogramm seht Ihr das an dem Berg links am Rand. Also je höher der Berg und umso mehr abgeschnitten er ist, umso mehr falsch ist das Bild belichtet – entweder zu dunkel oder zu hell.

Bild zu dunkel!Bild zu dunkel!

Es gibt aber auch Bildteile, die ganz hell und damit überbelichtet sind, zu sehen an dem Berg rechts am Rand im Bild. Dies ist ein typisches Bild, viel zu hell belichtet, allerdings von mir total überzogen, damit ihr es besser versteht.

Bild zu hell!Bild zu hell!

Dieses Bild ist hoffnungslos überbelichtet, was man sowohl im Bild selbst aber auch im Histogramm an dem großen Berg am rechten Rand sieht. Je höher der Berg, also der Ausschlag der Kurve umso mehr Pixel gibt es in diesem Helligkeitsbereich. Dieses Bild könnte man nun deutlich verbessern indem man die Belichtung um 2 bis 3 Blendenstufen verringert.

Bild "richtig" belichtet!Bild „richtig“ belichtet!

Dieses Bild hat ein recht ausgewogenes Histogramm mit einem nahezu optimalen Helligkeitsverlauf. Diese Belichtung wäre der Idealfall, wobei ein Histogrammausschlag nach rechts oder links kein Problem ist, solange sich das Gebirge nicht total über das Ende hinausverschiebt und abgeschnitten wird.

Was macht man nun mit diesen Informationen?

Wenn Ihr nun unterwegs seid und es entweder extrem hell ist, da die Sonne erbarmungslos herunterbrennt oder aber extrem dunkel, weil es schon viel zu dunkel ist, dann wird es schwer fallen die Belichtung auf dem kleinen Display der Kamera richtig zu beurteilen bzw. überhaupt zu sehen. Die Dinger zeigen ein Bild an, welches am Computer dann ganz anders aussehen kann. Was auf dem Display gut aussieht, kann am Computer Ausschuß sein und umgekehrt. Daher gucke ich besonders in extremen Lichtsituationen immer auf das Histogramm am Kameradisplay. Dieses sagt mir exakt wie die Verteilung der Belichtung ist.

Daher sollte immer das Ziel sein möglichst wenig Pixel ganz rechts oder ganz links zu haben. Es ist nicht immer möglich, alle Bildinformationen vom Rand wegzubekommen, aber zumindest kann man dies meistens noch korrigieren, um ein gutes Bild zu erhalten. Wenn ich es schaffe das Bild optimal zu belichten und das Histogramm „normal“ aussieht, dann bin ich auch später bei der Nachbearbeitung am Computer überhaupt nicht eingeschränkt, und kann mich bei der Bildbearbeitung richtig austoben!

Ich hoffe, dass jetzt einigen von euch, die bisher mit dem Histogramm nicht wirklich was anfangen konnten, dieses jetzt vielleicht mit etwas anderen Augen sehen und doch ein paar mal öfter auf das Kamera-Histogramm schauen.

Aber bitte nicht verrückt machen lassen, das Histogramm ist lediglich eine elektronische Hilfe der Kamera, welche einen Hinweis gibt, dass etwas mit der Belichtung nicht stimmen könnte (mit Betonung auf könnte!). Im Endeffekt sind es nur Pixelberge, welche überhaupt nichts darüber aussagen ob ein Bild gut oder schlecht ist, oder ihr es für gut oder schlecht befindet!


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